Wenn nach dem Motto „mega geil“ abgestimmt wird…

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Es ist unglaublich: 53,4 % der Stimmenden schweizweit haben NEIN gesagt zu den 3,1 Milliarden für den Gripenfonds und die Sicherheit unseres Landes. Die meisten davon, glaubten zu wissen und zu verstehen, dass der schwedische Kampfjet technisch ungenügend, zu teuer und für unser Land und unsere Luftwaffe nicht geeignet sei. 

Sie wussten nicht, dass sie mit diesem Nein aber JA sagten:

ü  zum Verzicht auf 2,5 Milliarden Kompensationsgeschäfte für Schweizer Firmen

ü  zum Abbau von mehreren hundert Arbeitsplätzen (allein bei der RUAG 200)

ü  zum Verzicht auf einen Auftrag der Pilatus Flugzeugwerke von einer halben Milliarde

ü  zu den Zweifeln an den Fähigkeiten und der Kompetenz unserer Spezialisten

ü  zu weiteren Millionen für eine neue (sinnlose) Evaluation

ü  zum Verzicht auf die günstigste Ersatzbeschaffung

ü  zur Schwächung der Landessicherheit

ü  zu einem nicht mehr kontrollierbaren Luftraum

ü  zu einem möglichen Verzicht auf die Luftwaffe

ü  zum Abbau der Armee

ü  zum Ziel der SP, die Armee ganz abzuschaffen 

Anders war es bei der kantonalen Abstimmung über die Sanierung der kantonalen Pensionskassen. Die Stimmbürger kapitulierten vor der Komplexität des Themas und dem Modus der Abstimmung:

  • Konstruktives Referendum
  • Volksvorschlag
  • Leistungs- und Beitragsprimat
  • Technischer Zinssatz
  • Hauptantrag und Eventualantrag
  • JA und Nein sowie Stichfrage ankreuzen

waren offenbar des Guten zu viel. Zehntausende der Abstimmenden liessen den Zettel gleich ungenutzt NEBEN dem Kuvert und von jenen, die zum Haupt- und Eventualantrag Stellung bezogen, beantworteten Zehntausende die Stichfrage nicht. So verdanken wir der bürokratischen Verwirrung, dass das Bernervolk JA sagt zu einer kantonalen Neuverschuldung von 2,4 Milliarden und gleichzeitig NEIN sagt zu 3,1 Milliarden Ausgaben von bereits budgetierten und damit vorhandenen Mitteln für die Landessicherheit. 

Da können wir doch ruhig auch noch zur Kenntnis nehmen, dass die CS den Amis eine Busse von 2,5 Milliarden bezahlten und diese noch von den Steuern abziehen will. Damit gingen dem Staat hunderte von Millionen Steuergelder verloren. Woher stammt wohl das Geld, mit welchem die Busse bezahlt wird? 

Die Zeche bezahlen jedenfalls wir Bürger, auch jene, die nicht abgestimmt haben. Macht nichts. Wir sind ja ein reiches Land und lassen uns die Soziale Wohlfahrt was kosten. Wir haben dann immer noch genügend Milliarden für die Entwicklungshilfe und für die von der EU geforderten Kohäsionszahlungen. 

Letze Frage: Wie viele Tausendernoten braucht es eigentlich für eine Million, und wie viele dieses Millionenhaufens braucht es für eine Milliarde? Einfach mega geil, oder?

21.05.14 / Paul Hunziker