Die Mehrheit der Stimmbürger war gegen den Gripen "geimpft"!

Veröffentlicht in Abstimmungen / Wahlen

Das Schweizervolk hat abgestimmt, und wir als ihre Partei akzeptieren und respektieren das Resultat. Wir haben einen Kampf verloren aber hoffentlich nicht auch schon einen möglichen Krieg. Wie jede sportliche Niederlage, beispielsweise im Fussball oder Eishockey, wird auch diese politische Niederlage analysiert werden müssen, um Fehler zu erkennen, sich zu verbessern und um zu wissen, was daraus gefolgert werden muss.

Den Gegnern ist es gelungen, genug Zweifel und auch Gerüchte zu streuen über die Evaluation, ob der Gripen das richtige Kampflugzeug sei, und dass das Projekt 10 Milliarden kosten werde. Die Gemüter wurden zuerst verunsichert und dann emotional gesteuert. Aber auch die Bürgerlichen tragen Mitschuld. Zulange haben sie sich nicht geeint, selber bei jeder Gelegenheit Zweifel gestreut und Wind entfacht, der den Gegnern in die Segel blies. 

Um was ist es überhaupt gegangen? Viele Befragten wussten und wissen es nicht. Man habe gehört und gelesen, dass der Gripen ungenügend sei, nur auf dem Papier existiere und viel zu viel koste. 10 Milliarden (oder doch nur 3,1 Milliarden?!?) für nur 22 Flugzeuge, die man ja gar nicht benötige, sei zu viel, meinen sie. 

Hier hat man dem Volk den Einblick in den Einkaufskorb gewährt. Es glaubte, verstanden zu haben und zu wissen, was ein Gripen ist und ob dieser technisch genügt oder nicht. Der Preis war angeschrieben nicht aber die Leistung. Ein Vergleichen und Abwägen mit anderen „Einkäufen“ und Ausgaben war nicht möglich und auch nicht von Interesse.

Weiss der Bürger z.B.: 

ü  was die „Soziale Wohlfahrt“ ist, was diese beinhaltet?

ü  dass er dafür siebenmal mehr bezahlt als für die Armee?

ü  dass 1990 für die Landesverteidigung 5,7 Milliarden

ü  und 1990 für die Soziale Wohlfahrt 6,4 Milliarden Franken ausgegeben worden sind?

ü  dass 2013 uns die Landesverteidigung nur noch 4,8 Milliarden

ü  und 2013 die Soziale Wohlfahrt bereits 21,6 Milliarden gekostet hat?

ü  dass es für dieses Geld weit über 150 Gripen geben würde?

Anders herum gesagt: Die Soziale Wohlfahrt ist dem Stimmbürger siebenmal mehr wert, als eine der Sicherheit des Landes dienende Luftwaffe. Wohin führt die Wohlfahrt ohne Sicherheit?

Wie würde wohl das Abstimmungsresultat ausfallen, wenn das Volk über die Höhe und den Zweck der Ausgaben für Entwicklungshilfe und/oder die Soziale Wohlfahrt mitbestimmen könnte?

19.05.14 / Paul Hunziker