SEFTIGEN IM VORMARSCH – ABER VON WEIT HINTEN

Veröffentlicht in Artikel Gemeindeanliegen

Es gibt 908 Gemeinden in der Schweiz mit mehr als 2000 Einwohnern. Dazu gehört auch unser Seftigen. Im Auftrage der Weltwoche hat das Beratungsunternehmen IAZI unter der Leitung des Honorarprofessors der Universität Bern, Donato Scognamiglio, wiederum eine Exklusivstudie erstellt. Diese 908 Gemeinden wurden analysiert. Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde das Rating um zusätzliche Daten erweitert. Bewertet wurde aufgrund von vierzig Kennzahlen, die in neun Gruppen zusammengefasst wurden. Die Kennzahlen basieren auf öffentlichen Statistiken. Die Ränge für alle 40 Faktoren ergeben den Gesamtrang.

Vor einem Jahr landete unsere Gemeinde in diesem Rating auf Platz 756 und ist 2015 auf Rang 680 vorgerückt. Erfreulich, aber wohl noch nicht gut genug.

Hier eine Übersicht:

Rang Arbeitsmarkt 374 (von 908)
Rang Wohnen und Immobilien 772
Rang Bevölkerungsstruktur  558
Rang Steuerbelastung 857
Rang Schulen & Bildung 161
Rang Mobilität & Verkehr 221
Rang Medizinische Versorgung 788
Rang Shopping, Kultur & Freizeit 872
Rang Sicherheit 210

Die Rangliste mit allen Gemeinden findet man unter www.weltwoche.ch/gemeinderating

Was kann man nun aus dieser Wertung herauslesen? Dies ist jedem selber überlassen. Es zeigt aber zumindest auf, wo Handlungsbedarf oder ein Hinterfragen angezeigt sind.

Freuen wir uns an den guten Rängen in den Kategorien Schulen & Bildung / Sicherheit und Mobilität & Verkehr. Hier gilt es, dran zu bleiben und auf diesen Stärken aufzubauen.

Wenn wir aber in den Wertungen Wohnen & Immobilien / Steuerbelastung / Bevölkerungsstruktur sowie Kultur & Freizeit deutlich im Hintertreffen liegen, muss sich die Gemeindeführung schon die Frage gefallen lassen, ob sie sich zukunftsorientierend primär und vordringlich für den Verkauf der letzten, gemeindeeigenen Landreserve - im Schulgelände liegend - zugunsten einer ausserkantonalen, profitorientierten Unternehmung zu engagieren hat. Gegen ein privates Alters- und Pflegezentrum in Seftigen hat wohl niemand einen Einwand vorzubringen. Dazu steht aber auch „privates“ Land zur Verfügung. Es benötigt dafür nicht bestes und günstigstes, gemeindeeigenes Land, das zu diesem Zweck noch umgezont werden muss.

September 2015

Paul Hunziker