Staatsverschuldung und Misstrauen... ...ein gefährlicher Cocktail - Fortsetzung...

Veröffentlicht in Artikel Schweiz

Unter dem Titel „Schulden über Schulden und keine Lösung in Sicht“ erfasste ich im „SVP Kurier Seftigen 2012 und 2013“ die Entwicklung der Staatsschulden von einigen Ländern in einem Zeitraum von 10 Jahren. Unter anderem erwähnte ich in „Ausserordentliche Schocks“: „Unruhe-Krisenherde“ wie Syrien, Ägypten, Iran, Nord-Korea, etc. und wirtschaftliche Probleme und Unruhen in China. Meine damals gemachte Aussage: „Der Euro in der heutigen Form wird nicht überleben!“ möchte ich hier ebenfalls noch aufführen.

Nun, wie sieht es heute im Oktober 2015 aus:

Staatsschulden

Generell kann festgestellt werden, dass in den meisten Industrienationen die Staatsschulden weiter in die Höhe geschnellt sind. Gemäss dem Internationalen Währungsfonds (IWF) summieren sich die weltweiten Staatsschulden auf rund USD 60 Trillionen!!

Sehr aufschlussreich sind die vom IWF gemachten Aussagen:

  • The United States constitutes 23.3% of the world economy but 29.1% of world debt. It’s debt-to-GDP ratio is 103.4% using IMF figures.
  • Japan makes up only 6.18% of total economic production, but has amounted 19.99% of global debt.
  • China, the world’s second largest economy (and largest by other measures), accounts for 13.9% of production. They only have 6.25% of world debt and a debt-to-GDP ratio of 39.4%.
  • 7 of the 15 countries with the most total debt are European. Together, excluding Russia, the European continent holds over 26% of total world debt.

Aus der nachstehenden Tabelle sind einige wichtige Finanz-Parameter vor der weltweiten Finanzkrise von 2008 ff. und danach ersichtlich:

  20.07.2007   12.09.2012   08.10.2015 
Währungen/Gold/Oil Brent        
EUR/CHF  1.66 1.21 1.09
USD/CHF 1.20 0.94 0.97
GBP/CHF 2.47 1.51 1.48
EUR/USD 1.38 1.29 1.13
Gold USD/oz 683.65 1‘732.05 1‘140.28
Oil Brent Barrel/USD  77.40 115.74 53.08
Zinsen      
3 Monate CHF (LIBOR) 2.71 0.04  - 0.73
3 Monate EUR (LIBOR)  4.26  0.15  - 0.04
3 Monate USD (LIBOR) 5.36  0.36  0.38
3 Monate JPY (LIBOR)  0.78 0.19  0.08
10 Jahre Benchmark CHF  3.11  0.60  - 0.22
10 Jahre Benchmark EUR  4.32  1.42  0.53
10 Jahre Benchmark USD  5.03  1.49  2.04
10 Jahre Benchmark JPY  1.77 0.80  0.34

Quellen: Finanzennet, Cash, SNB

Insbesondere die negativen Zinsen in CHF lassen die Vermögen schmelzen. Sämtliche Vorsorgeeinrichtungen, wie AHV, Pensionskassen, Vorsorgepläne, Lebensversicherungen etc. sind davon im grossen Ausmass betroffen. Einzelne Pensionskassen haben bereits die Umwandlungssätze markant gesenkt. Diese Auswirkungen werden und sind für viele Arbeitnehmer sehr schmerzhaft.

Kumulierung von einigen seltsamen geopolitischen Ereignissen

Griechenland

Die „never ending Story“. Zwischen Bruxelles, Berlin und Athen lief der Marathon der EU-Politiker ab. Feilschen und pokern um jeden Euro. Hilfspakete, Schuldenumver teilungen und schlussendlich Neuwahlen in Griechenland. Alle freuen sich, endlich ist Griechenland gerettet, oder? Genau, es müssen schon bald wieder neue Hilfspakete geschnürt werden!

Deutschland

Deutschland, als stärkstes EU-Wirtschaftsland, wird gerade politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich demontiert.

Leider gab es immer Armut und Kriege, jedoch, was sich hier abspielt, ist eine beispielslose Invasion nach Europa und insbesondere nach Deutschland. Wer hat die Migrations-Invasion im Sommer 2015 ausgelöst? Im Jahr 2010 veröffentlichte die amerikanische Politikwissenschaftlerin Kelly M. Greenhill (Belfer Center, Harvard University, USA) ein Buch mit dem Titel: „Massenmigrationswaffen – Vertreibung, Erpressung und Außenpolitik“, in welchem sie von „strategisch konstruierter Migration“ spricht.

Dass man verfolgten Flüchtlingen hilft, ist ein Zeichen der christlichen Hilfsbereitschaft. Die Bilder mit „refugees welcome“ wurden in den Medien den ganzen Tag gesendet. Mit der unkontrollierten Grenzöffnung durch die deutsche Bundeskanzlerin, Frau Dr. Merkel, spitzte sich die Lage zu. Zu Hunderttausenden strömten vorwiegend junge Männer und nicht Familien aus Kriegsgebieten nach Deutschland. Plötzlich hiess es 1,5 Millionen Flüchtlinge kommen 2015 nach Deutschland!! Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch IS-Kämpfer und Dschihadisten darunter befinden, ist sehr hoch. Die Angst vor Terror-Anschlägen in der Bevölkerung ist vorhanden. Nun, die Geschichte kennt einige Episoden wie „Troja“ und andere.

Mit der Aufdeckung der „manipulierten Dieselmotoren in den USA“ wird der VW-Konzern platt gewalzt. Kaum publik, wurden schon US-Schadenersatz-Klagen in der Höhe von zweistelligen Milliarden Beträgen genannt. Der Aktienkurs von VW fiel innert kurzer Zeit von EUR 170 auf EUR 88, und die Börsenkapitalisierung fiel um EUR 40 Milliarden!

Mit rund 600‘000 Beschäftigten und einem Umsatz von über EUR 200 Milliarden ist VW das grösste deutsche Unternehmen. Im Weiteren ist die deutsche Automobilbranche mit ihren Zulieferbetrieben das Herzstück der deutschen Wirtschaft!! Sicherlich ist das Betrügen mit manipulierter Software bei den Dieselabgas-Tests kein Kavaliersdelikt. Jedoch ist hierbei kein Unfall erfolgt, wie bei den schadhaften „Air Bags“ bei General Motors, welche über 300 Menschenleben zwischen 2003-2012 forderte!! Wer weiss, ob andere Autohersteller nicht auch schadhafte Software eingebaut haben?

China - ein bewegter Sommer 2015

Die Aktien an den chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen stiegen im ersten Halbjahr auf neue Höchstwerte und fielen innert kürzester Zeit um mehr als 40 Prozent.

China hat im August überraschend ihre Währung, den Renminbi (Yuan), mehrmals gegen den US-Dollar abgewertet.

Im August werden mehrere Explosionen in verschiedenen chinesischen Industrieanlagen vermeldet. In der sehr wichtigen chinesischen Hafenstadt „Tianjin“ ereignen sich zwei Explosionen zum Teil in Erdbebenstärke. Der „Tianhe-1A-Supercomputer“ musste für eine halbe Stunde heruntergefahren werden, er wurde jedoch nicht beschädigt. Aussergewöhnlich ist die Grösse der Zerstörung und des Kraters!

China plant eine Währungsattacke gegen die USA und will den US Dollar als weltweite Leitwährung ablösen. Aktuell halten die Chinesen US-Staatsanleihen im Gegenwert von rund USD 1,5 Billionen. Sollten sie diese auf den Markt werfen, wäre der US Dollar nachhaltig geschwächt. Mit den BRICS-Staaten plant China den „neuen“ Yuan als weltweite Alternativwährung mit Golddeckung einzuführen.

Naher Osten

Saudi Arabien, eines der reichsten Länder der Welt, hat in Mina (nähe Mekka) ein Zeltlager mit klimatisierten Hightech-Zelten eingerichtet. Gegen drei Millionen Menschen könnten untergebracht werden. Aber Saudi-Arabien und die anderen Golfstaatenwollen keinesyrischen Flüchtlinge aufnehmen!!

Es ist schon bedenklich, dass ein Land, welches den Vorsitz des UN-Menschenrechtsrats übernehmen kann, selber die Menschenrechte extrem verletzt: – Saudi Arabien.

Jerusalem: Das Tempelinstitut hat Architekten beauftragt, die Pläne für einen modernen Dritten Tempel, streng nach den jüdischen religiösen Gesetzen und Vorschriften zu erstellen. Der Wiederaufbau des Tempels liegt auf dem Gebiet der heutigen Al-Aksa-Moschee, der drittwichtigsten Moschee des Islams.

Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB)

Ende Juni 2015 haben in Peking 57 Länder die Gründungsurkunde der AIIB unterzeichnet. Tönt nicht umweltbewegend, oder? Ist es aber bei weitem. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Rahmen des „Bretton-Woods-Systems“ zwei Institutionen gegründet: den internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank, beide mit Sitz in Washington D.C. (USA). Der Westenteilte die Führung wie folgt auf: den IWF leitete stets ein Europäer und die Weltbank ein US-Amerikaner.

Seit einigen Jahren strebt China eine Neuverteilung der Machtverhältnisse an, jedoch weigerten sich die USA die Stimmverhältnisse zu ändern. Die USA waren auch immer strikt gegen die Teilnahme westlicher Staaten an der AIIB.

Die von China initiierte AIIB bringt die globale Finanzarchitektur, die bis anhin vom Westendominiert wurde, ins Wanken. Das Gesamtkapital der AIIB beträgt USD 100 Milliarden. Nach China, Indien und Russland, ist Deutschland mit einer Beteiligung von 4,1 Prozent viertgrösster Partner. Ebenfalls beteiligten sich u.a. England, Frankreich, Italien und die Schweiz an der AIIB, trotz ablehnender Haltung der USA!!

GOLD

Die Papier-Kursstellung des Metalls erfolgt in den USA (COMEX) und England (LBMA). Seit einigen Jahren ist auffällig, dass sehr viel physisches Gold aus Tresoren in den USA und GB abgezogen wird. Das Gold wird vorwiegend in der Schweiz, wo die weltgrössten Umschmelz-Kapazitäten bestehen, umgegossen und weiter in den asiatischen Raumexportiert. Seit 2012 publiziert die Eidg. Zollverwaltung monatlich die Import- und Export-Daten von Gold.

Zusammenfassung und Einschätzung

FAKTEN: Die Staatsschulden ufern aus, rückläufige Konjunktur, steigende Arbeitslosenraten, sinkende Staatseinnahmen, Unmut der Bevölkerung und ein massiver Vertrauensverlust in die Politiker sind weiter angestiegen. Zu den „kriselnden“ westlichen Industrienationen gesellen sich nun auch die Schwellenländer. Ein internationaler Währungskrieg findet statt. Das Fluten der Märkte durch Zentralbanken-Geld nimmt noch nie gesehene Dimensionen an. Die entstanden Blasen in Anleihen, Aktien und Immobilien sind beängstigend. Europa wird von einer unvorstellbaren Einwanderungs-Invasion überrannt. Die Terror-Angst, Bürgerkriegs-Gefahren und die Kriminalität nehmen täglich zu.

Gefahren

  • In Deutschland steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mit sozialen Unruhen und Terror-Anschlägen sowie einem erhöhten Bürgerkriegs-Risiko zu rechnen ist. Ob die deutsche Bundeskanzlerin, Frau Merkel, der Bundespräsident, Herr Gauck, und weitere Politiker ihre Regierungszeit regulär beenden, kann bezweifelt werden. Bei vielen Deutschen gelten sie als „Verräter am eigenen Volk“. Eine Regierungskrise hat unweigerlich negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und auf den EURO.
  • Bei den internationalen Investmentbanken türmen sich noch enorme Risiken, welche nicht offensichtlich sind, wie „ausgelagerte Bad-Companies“ oder die gewaltigen Exposures in Derivaten Instrumenten. Die Volumen in diesem Segment übersteigen sämtliche Staatsschulden der Industrieländer um ein Vielfaches!
  • Bei steigenden Zinsen werden die Refinanzierungskosten v.a. für Staaten explodieren und die bestehenden Anleihen (Halter: Versicherungen, Pensionskassen, Private Anleger) erleiden markante Kursverluste.
  • An den meisten internationalen Börsen handeln im hohen Masse nur noch Computer, sogenannte „High Frequency Trading-Systeme (HFT)“, welche auf programmierten Algorithmen basieren. Eigentlich sollte eine Börse ein „seriöser Marktplatz“ sein, d.h. Anlagen, die für Finanzierungen, Vorsorge, Investment oder privaten Vermögens-aufbau gedacht sind. Jedoch dominieren seit einigen Jahren diese fiktiven Abzocker-Systeme, die in Millisekunden Schein-Aufträge senden. Manipulation pur und wehe, wenn was schief laufen sollte!!
  • Sollten sich beim USD und EUR grössere Probleme abzeichnen, hätte unsere Nationalbank mit ihren USD 183 Mrd. und EUR 215 Mrd. (Stand 30.6.2015) ein aussergewöhnlich hohes RISIKO in Devisenanlagen.
  • Erstaunlich ist, dass es die USA ständig schaffen, Länder und Firmen an amerikanischen Gerichten einzuklagen. Für die „Steuerangelegenheiten mit US Personen“ mussten einige Schweizer Banken über USD 4 Milliarden Bussgelder an die USA überweisen! Ein florierendes einseitiges Geschäftsmodell der USA!!
  • Nebst dem todkranken EURO sind die Tage des US Dollars als weltweite Leitwährung gezählt!!

Last but not least

In den letzten 24 Monaten (nach „Bail in“ in Zypern) laufen die Vorbereitungen zum „Raub der Privaten Vermögen“ auf Hochtouren. Es wurden Gesetze angepasst, die es bei einer nächsten Krise dem Staat erlauben, Bank-Guthaben einzufrieren, Kapitalkontrollen und Enteignungen durchzuführen. Folgende Länder haben diese Gesetzesänderungen im Eilzugstempo vorgenommen: Kanada, Zypern, Neuseeland, USA, GB und letzthin auch Deutschland.

Es ist anzunehmen, dass die Schweiz diese Anpassungen auch kopiert und andere EU-Länder sowieso, d.h. ein jeder Sparer haftet mit seinem Privaten Vermögenauf derBank und insbesondere der Steuerzahler.

Es ist an der Zeit, dass sich ein jeder selber Gedanken macht und handelt, um zu retten, was noch zu retten ist!

(Stand 13. Oktober 2015)

Walter H. Thomet

Kassier SVP Seftigen

 

Meine Damen und Herren die Lage der Nation[en] ist sehr ernst.“

 

Ludwig Erhard, deutscher Bundeskanzler 1963-1966