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Furzforschung der Agroscope

Veröffentlicht in Artikel Schweiz

Das Agrarforschungsinstitut Agroscope hat mit Mess- und anderen Sonden an Kühen und mit speziellen, hochempfindlichen Geräten auf den Weiden festgestellt, dass diese Tiere mit ihrem Ausstoss von Methan in Unmengen 40 Prozent des von der Landwirtschaft verursachten Treibhauseffektes verschulden. Methan ist ein für das Klima 25-mal stärkere Gift als Kohlendioxyd. Dass der Journalist aber, welcher im Mai 14 im Thuner Tagblatt über diese Studie berichtet hat, schreibt, die Milchkühe furzen diese Gas, beweist sein fachliches Defizit.

„Vierbeinige“ Rindviecher sind Wiederkäuer. Das Gas entsteht während des Verdauungsvorganges im Pansen und entweicht oral durch Rülpsen über die Speiseröhre.

Die Auswertung der Studie zeigt auf, dass die lebenden Milchmaschinen, welche mit Kraftfutter gefüttert werden und übergrosse Euter haben, umweltfreundlicher sind als Kühe auf einem Biohof, die mit Weidegras abgespeist werden. Diese produzieren mehr Methan pro Liter Milch als Hochleistungskühe. Es gilt also: Je mehr Milch eine Kuh gibt, desto besser für das Klima. Man kann somit von einem Methanfurz-pro-Liter Milch-Verhältnis reden.

Na ja, nun wissen wir wenigstens wieder ein bisschen mehr über die Verwendung unserer Forschungsgeldern! Ein Glück nur, dass Hirnfürze nicht stinken und kein Methan ausstossen. Sie verbrauchen aber Sauerstoff, den wir für Wichtigeres benötigen. Es könnte aber nicht mehr lange dauern, bis wir „zweibeinige“ Rindviecher sehen mit Sonden und Sendern herumlaufen, um zu erfahren, wie umweltbelastend das humane Furzen ist.

Sinnvoll und effizient wäre doch, so eine Forschungsmontur jedem Raucher zu verpassen, um zu erfahren, was dieser so ausstösst und in welcher Menge. Hochleistungspaffer könnten dadurch vielleicht eher von ihrer Sucht befreit werden, als durch die sinnlosen Bilder auf den Zigarettenpackungen, den überrissenen Preisen und die jetzt schon auffällige Ausgrenzung überall in der Öffentlichkeit.

Ein pikantes Detail: in erwähnter Zeitung erschien der Artikel unter dem Titel „Von Milch und Fürzen“. Gleich darunter, in der gleichen Spalte, folgte ein Bericht: „Stillzeit ist Arbeitszeit“. Darin wird mitgeteilt, dass bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 4 Stunden mindestens 30 Minuten, bei mehr als 4 Stunden mindestens 60 Minuten und bei mehr als 7 Stunden mindestens 90 Minuten Stillzeit als bezahlte Arbeitszeit angerechnet werden muss. Dies teilt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung mit.

Ob wohl das Warten auf das Rülpsen des Babys auch als Arbeitszeit gilt?

Paul Hunziker