Was ist nur mit uns Eidgenossen los?

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Um diese Frage zu beantworten, muss man erst mal wissen, was ein Eidgenosse ist. Allgemein meint man damit den Schweizer, was immer dies heute noch zu bedeuten hat oder sein mag. Vielleicht ist es problemloser, wenn wir damit ein Schweizer Armeepferd (Train) meinen oder einen Kranzgewinner an einem Eidgenössischen Schwingfest. Schwierig wird es aber bestimmt, wenn wir damit einen Menschen meinen, der durch einen Eid mit einem anderen in Verbindung steht.

Sind nun die eingewanderten Eingebürgerten auch Eidgenossen? Schweizer sind sie, ja. Allein 2005 bis 2012 erwarben 325‘668 Ausländer das Bürgerrecht, d.h. es waren über 40‘000 Einbürgerungen pro Jahr! Darunter sind zweifelsohne viele, welche es verdienen, den roten Pass zu haben. Sie haben sich integriert, sind keine Sozialbezüger und zwingen uns nicht ihre Kultur auf. Die Einbürgerung heute aber ist ein reiner Administrativakt geworden. Trotz dieses massiven Einbürgerungswachstums steigt die ausländische Bevölkerung rasant an. 2000 – 2006 wurden mit der „Humanitären Aktion 2000“ fast 100‘000 Personen aus Ex-Jugoslawien aufgenommen. Viele von ihnen sind inzwischen eingebürgert. Man bezeichnet sie nicht als Eidgenossen sondern als „Schweizer mit Migrationshintergrund“.

Asylsuchende, die schon länger in unserer Heimat sich aufhalten, fordern demonstrierend eine Änderung ihres Aufenthaltsstatus. Der Status „Asylsuchender“ sei menschenunwürdig proklamieren sie. Die Gratisanwälte, welche die Asylanten nach dem Willen und Entscheid unseres Parlamentes nun erhalten, werden dafür besorgt sein, dass sie bald als „menschenwürdig“ Aufgenommene gelten. Wir bezahlen also mit unseren Steuergeldern Juristen, die verpflichtet sind, die Interessen der Eingewanderten gegen die unseren zu vertreten.

Früher wurde eingebürgert, wer sich und seine Familie selber ernähren konnte und seinen Beitrag zur Wehrgemeinschaft zu leisten vermochte. Dies versinnbildete auch die Tradition an den Landsgemeinden: Nur wer mit dem Degen als Symbol der Wehrhaftigkeit erschien, wurde in den Ring zugelassen. Heute basiert die Einbürgerung nur noch auf formalen Kriterien.

Die Gutmenschen unserer Regierung sind nicht mehr an einem ausbalancierten, föderalistischen System interessiert. Die definierten Kulturen der Deutschschweiz, des Tessins, der Romandie und der Rätoromanen scheinen nicht zu genügen und sind nicht mehr erhaltenswert. Zusammen mit den linksgrünen Mitbürgern und Mitbürgerinnen verfolgen sie eine Multikulti Ideologie nach dem Jekami-Prinzip. Unsere christlich-abendländischen Grundwerte werden einer Willkommenskultur geopfert. Dazu ein Zitat aus der Rede unserer Justizministerin Sommaruga: „Fremdsein als Kapital. Wie wichtig und wie dringend nötig ist dieser Ansatz! Alle, alle bringen ein Stück ihrer Kultur zu uns. Der Potentialansatz – wie das in der Fachsprache heisst – ist der beste Weg, um die Entwicklung und Entfaltung von Menschen zu fördern. Menschen – statt in ihren Mängeln zu betrachten – mit ihrem Potential wahrzunehmen.“

Na also! Soll doch die ganze Welt oder zumindest ganz Afrika zu uns kommen. Das ist doch ein riesiges Potential. 80 Prozent der 300‘000 Personen aus Nordafrika und dem Nahen Osten, welche schon in Europa gelandet sind, sind junge Männer im Erwerbsalter. Frau Sommaruga kann auf dem Klavier bereits den „Einzug des Potentials“ üben und uns so mit in die EU begleiten.

Zum Schluss noch ein Wort zur Wehrhaftigkeit der „Eidgenossen“. Vorüber sind die Zeiten, da man noch stolz als Angehöriger der Schweizer Armee sich geoutet hat und die Uniform trug. Heute hat sich zu schämen, wer Dienst für das Vaterland leistet. Der Presse konnte entnommen werden, dass sich nicht alle freuten am seit vielen Jahren grössten Manöver der Armee. In der Truppenübung „Connex 15“ standen 5000 Militär zugunsten ziviler Behörden – wie die Bewachung von Infrastrukturen - im Einsatz. Armeegegner haben zu Protesten aufgerufen. Am 18. September demonstrierten 300 Aktivisten in Basel gegen „Connex“. Es kam zu Sachbeschädigungen.

Und wie reagierte die Armeeführung darauf? Divisionär Jean-Marc Halter wies die Führungsleute an, die Soldaten hätten „sich abzeichnende Demonstrationen zu umgehen“ und es sei „Kontakt zu Demonstranten zu vermeiden“. Das Mitführen der persönlichen Waffe sei verboten. Die Bahnhöfe in Basel, Liestal, Olten und Zofingen seien zu meiden.

Die JUSO hatten am 19. September ihre Delegiertenversammlung in Liestal. Sie führten die Diskussion über Drogen und fordern, dass diesbezüglich alles legalisiert werden soll. Da sie schon mal in der Nordwestschweiz unterwegs waren, nutzten die Genossen mit ihrem Präsidenten Fabian Molina ihren Ausflug gleich noch für einen Protestzug gegen die Armeeübung „Connex 15“. Der Kommentar dazu in der Presse (Sonntags Blick): „Das nennt man wohlpolitische Effizienz“.

Wer kann so noch stolz sein, Armeeangehöriger oder gar ein Eidgenosse zu sein, verbunden durch einen Eid mit anderen?

September 2015                                                                                        Paul Hunziker