Mingeri Lüt (7)

Veröffentlicht in S’CHEFELI VERZELLT

Freddy Röthlisberger, der Schaffer dieser Bronzefiguren und Autor der Texte dazu, will mit diesen Exponaten beispielhaft aufzeigen, dass Mut zu neuen Ideen oft aus einer Sackgasse führt. Dabei wünscht er sich, dass seine Figuren Gedankenanstösse geben, wie auch wir heutigen Menschen mit Kreativität und Mut innovativ und nachhaltig überleben können.

dr Rossmischteler 

In meiner Kindheit, schreibt Röthlisberger, als Traktoren und Lastwagen noch selten waren, gab es sehr viele Fuhrwerke, die von Pferden gezogen wurden. Die Pferde liessen auf den Strassen ihre Rossäpfle liegen, und da Kunstdünger damals eine Rarität war, düngte man seinen Garten mit Mist jeglicher Art. Rossmist war ein besonders begehrter und notwendiger Nährstoff für die Gartenpflanzen. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass das Einsammeln von Rossbollen ein Recht der armen Leute war, um das die Buben jener Zeit sich stritten. 

Ich brauchte mich allerdings nicht mit anderen Knaben um dieses Sammelrecht zu streiten, da diese meist Bauern- oder Handwerkerkinder waren. Der Mist auf der Strasse gehörte mir. Ich baute mir also ein Wägelchen und suchte damit die Dorfstrasse, die Mühlegasse und auch die Römerstrasse ab. Bei Regenwetter hatte es jeweils unter älteren Rossbollen Regenwürmer, die später auf die Angel meiner Fischrute gespiesst wurden. 

Mit den natürlichen Ressourcen wurde im Haushalt meiner Mutter sehr sparsam und effizient umgegangen. Abfälle gab es weinige und unverwertbare Speisereste schon gar nicht, alles fand noch seine Verwertung. 

Eine Frage: Ich habe gelesen, dass heut ein grosser, sehr grosser Prozentsatz unserer Lebensmittel und Konsumgüter im Abfall landen. Wie könnt man wohl dem entgegen wirken? 

Bis zum nächsten Mal

Euer Chefeli